Es ist mal wieder an der Zeit, ein Update zur Wollust zu geben. Kommt sie auf leisen Socken daher oder doch eher avantgardistisch und schrill als Pullover?
Für mich gilt, Wollust ist sehr individuell. Der haptische Aspekt ist sehr wichtig und ich liebe den kreativen Prozess: was will ich herstellen? Welches Muster gefällt mir? Welche Farben harmonieren? Ich verwende ausschließlich Naturgarne aus Wolle, Baumwolle, Hanf, Bambus oder Seide. Zum einen weil das Material ist, welches natürlichen Ursprungs und verrottbar ist, zum anderen weil es sich viel besser anfühlt als der unverrottbare Polyesterkram.
Als ich vor einigen Jahren die Technik des Mosaikhäkelns für mich entdeckte, habe ich natürlich nach festen Anleitungen gearbeitet. Heute habe ich einen ganz guten Überblick über Muster und Anleitungen und stelle oft neues daraus zusammen, indem ich Muster neu kombiniere und Farben und Wolle nach meinen Vorlieben dazu auswähle. So entstehen Decken, Schals und Tücher, die immer ganz spezielle von mir gefertigte Einzelstücke sind.



So habe ich für die Wolldecke Amma „Fjäll“ eine Islandwolle von Istex in den Farben des Fjälls in Schweden zusammengestellt. Diese Wolle ist ein wenig rauh – manche sagen auch kratzig – aber dafür unempfindlich und wunderbar warm. Für eine Wolldecke die auch wirklich für draußen und kalte Temperaturen geeignet ist.



Dann habe ich ein kleines Unternehmen entdeckt, welches Landschaftsschäfern in Deutschland die Wolle zu einem fairen Preis abnimmt und daraus Handstrickgarne mit ökologischer Färbung herstellt: MÄHRLE Wolle. Ein wunderbares Projekt wie ich finde, da. Die Wolle von Deich- oder Rhön-Schafen z. B. oft. Einfach weggeforfen und entsorgt wurde, ohne. Den Schäfern etwas einzubringen. So ist aus der herrlich weichen Albmerino-Wolle ist eine ebenso warme wie dicke Wolldecke entstanden.
Aus verschiedenen weichen Baumwoll- und Baumwoll-Seide-Garnen ist das bunte Dreieckstuch in den herrlichen kräftigen Farben des Feuervogels entstanden. Die Zusammenstellung der Farben entsteht oft erst während ich an dem Stück bereits arbeite. Selten habe ich einen konkreten festen Plan schon vor Beginn und manchmal wird einfach improvisiert.



Neulich wurde ich gefragt, was ich denn mit den ganzen fertigen Exponaten mache? Dazu kann ich nur sagen: es ist der Prozess des Herstellens und das fertige Ergebnis in den Händen zu halten, der Freude bereitet. Deswegen mache ich mir über die spätere Verwendung wenig Gedanken. Viele Stücke habe ich an gute Freunde verschenkt, einiges habe ich 2025 der Hanstedter Weihnachtsmarkt-Tombola gestiftet und die Albmerino-Decke habe ich als Anschauungsobjekt an Mährle-Wolle gesendet. Die restlichen Exponate warten bei mir auf zu Hause das, was sich irgendwann ergibt und sie zu einem Menschen gelangen, der sie wertschätzt…


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