oder meine ersten Tage im Rentnerdasein
zu Beginn meines Rentnerdaseins hat es mich gleich eiskalt erwischt. Es ist hier in Norddeutschland richtig Winter! Mit Schnee und heute sogar Minusgraden im zweistelligen Bereich! Einfach nur herrlich. Zum Hundespaziergang habe ich tatsächlich meine gefütterte FjällRäven Hose, die sonst nur in Schwedisch Lappland zum Einsatz kam, angezogen. Greta bekam ihren Hundemantel übergeworfen und dann ab durch den Schnee ins „Winterwonderland“. Der Schnee knirscht richtig beim Laufen, so kalt ist es. Nachdem sich der Dunst verzogen hat, weil die Sonne herauskam, glitzerte es überall, als wenn jemand Diamantenstaub verteilt hätte. Kleine weiße Rauchfahnen wanden sich aus den Schornsteinen in den blassblauen Winterhimmel und er herrschte diese wundersame Winterstille. Durchatmen und in sich aufsaugen.
Gewundert habe ich mich nur, was vor dem Wintereinbruch für Meldungen durch die Medien gingen, die Regale im Supermarkt wieder leergekauft wurden und manch einer von „Katastrophe“ gar schrieb. Manno… wir Oldies nennen das einfach nur einen ganz normalen Winter. Und wer die Schneekatastrophe 78/79 wie ich in Schleswig-Holstein (siehe tolle ARD-Doku mit Volker Lechtenbrink) miterlebt hat, weiß, was Katastrophe in diesem Zusammenhang wirklich bedeutet! Wenn Dörfer nur noch mit Bundeswehrfahrzeugen erreicht werden. Wenn sich Schneeverwehungen über 2 Meter hoch auftürmen. Ich bin jedenfalls jetzt mit meinem neuen roten Alfa dank 4 Radantrieb prima durch den Schnee und die kleinen Verwehungen durchgekommen und fand diese Hysterie doch sehr überzogen.


Nach meinen Spaziergängen mit Greta habe ich es mir drinnen so richtig gemütlich gemacht: Habe mir einen aromatischen Sencha Karigane Niikawa Grüntee von Yoshien gegönnt, mich mit Blick in die Winterlandschaft auf mein Sofa gekuschelt und einem ganz großartigen Hörbuch gelauscht: „Alte Sorten“ heißt das Buch von Ewald Arenz in dem es um 2 Frauen geht, die zufällig zusammentreffen auf dem Hof der älteren. Sie erfahren langsam mehr voneinander, während sie der Hofarbeit nachgehen: Birnen, Kartoffeln und Trauben ernten, Wein machen, Schnapsbrennen. Das Buch hat mich nicht nur wegen des interessanten Inhalts fasziniert. Vielmehr war es die Kombination, wie die wunderbare Stimme von Sabine Arnhold die Worte des Buches in reine Poesie verwandelten. Wie sie das Aussehen und den Geschmack der alten Birnensorten beschreibt…. Einfach ein Ohrenschmaus der mir zauberhafte Bilder im Kopf entstehen ließ. Dem Klang dieser Stimme zu lauschen ist einfach purer Genuss für mich. (Deswegen starte ich auch immer vor dem Kauf eines Hörbuches die Hörprobe. Als ich das einmal vergessen habe, bin ich prompt hereingefallen: die Stimmer der Vorleserin war so unangenehm für meine Ohren, dass ich das Buch nicht zu Ende hören mochte).



Beim Essen sind im Augenblick bei mir die roten Beete ganz weit vorn. Die samenfesten Sorten von Demeter die es praktischerweise gekocht zu kaufen gibt, schmecken einfach herrlich süß-herb. Auf die in Scheiben geschnittenen Beete einfach nur ein paar Tropfen geröstetes Arganöl und ein wenig Fleur du Sel köstlich.
Ansonsten sind meine ersten Tage als Rentnerin beschaulich. Ich bringe meiner Nachbarin Backgammon spielen bei, zocke mit meiner lustigen Runde Doppelkopf und genieße einfach, nicht mehr zu MÜSSEN, sondern nur noch zu KÖNNEN. Wunderbare Freiheit.
Das Jahr 2026 hat wirklich schön begonnen!



6 Comments
Liebe Birgit,
willkommen ins Rentnerdasein! Fluch und Segen, aber so ist wohl das Leben. Fangen wir doch mal beim Segen an: nur noch wenig „müssen“ und viel „können“ und „dürfen“. Dieses auch nutzen und neues ausprobieren oder auch nicht. Ich habe neues ausprobiert und verworfen. Ich wollte immer mal „malen“, und weiss jetzt warum ich das nicht früher versucht habe: es ist mir zuviel sauerei. Ich habs gerne sauber. Ich bleibe beim Fotografieren, Bildbearbeitung, Nähen, Sticken, textile Arbeiten und organisiere Ausstellungen des Künstlerstammtisches . Der Fluch: Der Körper macht nicht mehr alles was man möchte. Der Partner ist schwer krank und muss gepflegt werden. Es ist ein endlicher Lebensabschnitt mit ganz spezieller Anforderungen. Ich stelle mich diese Herausforderungen bewusst und gern! Liebe Grüße aus Glienicke Nordbahn, Aleida
Liebe Alaida,
wie schön von Dir zu hören! Ich finde, das. was. Du künstlerisch und handwerklich machst, reicht doch auch wirklich! Und wenn dann noch Dein Partner schwer krank ist, da bist du glaube ich voll ausgelastet. Meine Freundin im Süden pflegt jetzt auch hren Partner, der nach einem schweren Schlaganfall seit 10 JAhren querschnittsgelähmt ist. Da kann ich nur den Hut ziehen und großen Respekt haben. Bei mir sind es zur Zeit zum Glück nur kleinere Zipperlein … Ich wünsche Dir alles gute und freue mich über den Kontakt.
Herzliche Grüße
Birgit mit Greta
Liebe Birgit,
ganz zufällig habe ich Deinen Blog gefunden, welche Freude und Bereicherung! Ein wenig habe ich schon gelesen und viele Beiträge sprechen mich sehr an. Ich freue mich schon auf mehr.
Man kann es ja zeitlich noch sagen, ich wünsche Dir ein gutes, zauberhaftes Jahr 2026, viele schöne Erlebnisse, neue Erfahrungen, Freude und ganz viel Gesundheit, die ist nämlich wichtig.
Herzliche Grüße
Christel
Liebe Christel,
schön dass der Zufall Dich zu nordisch-gruen geführt hat. Ich finde die meisten interssanten Blogs auch zufällig. Wenn ich etwas suche, ist meist nichts interessantes dabei. Ich hoffe, ich kann noch viele interessante Themen finden, die mine Leser tatsächlich ansprechen. Bi der Fülle von Blogs die es gibt, ist das ja gar ncht so leicht….
Herzliche Grüße zurück,
Birgit
sehr gerne gelesen .
LG Wolfgang
Danke, das freut mich sehr, lieber Wolfgang
Grüße zurück, Birgit